CAD/CAM
Intraoralscans prüfen
Qualitätskontrolle vor CAD-Konstruktion und Fertigung
dentona Redaktion
Ein vollständiger Intraoralscan ist die Grundlage jeder digitalen Versorgung. Bereits kleine Scanfehler können sich später auf Passung, Okklusion oder Kontaktpunkte auswirken. Deshalb sollte jeder Datensatz vor Beginn der Konstruktion systematisch überprüft werden.
Präparationsbereich
PRÄPARATIONSGRENZE EINDEUTIG ERKENNBAR?
- Präparationsgrenze vollständig sichtbar?
- Keine Bereiche durch Weichgewebe verdeckt?
- Keine fehlenden Daten im Präparationsbereich?
- Randlinie aus allen Blickwinkeln nachvollziehbar?
WARUM?
Ist die Präparationsgrenze nicht eindeutig erkennbar, lässt sich die Restauration später nicht sicher konstruieren.
Vollständigkeit des Scans
DATENSATZ VOLLSTÄNDIG?
- Alle relevanten Zahnflächen vollständig erfasst?
- Approximalbereiche vollständig dargestellt?
- Keine Löcher oder fehlenden Scanbereiche?
- Keine abgeschnittenen Bereiche am Modell?
WARUM?
Fehlende Daten werden von der Software teilweise automatisch ergänzt. Diese Berechnungen entsprechen jedoch nicht zwangsläufig der tatsächlichen klinischen Situation.
Scanqualität
OBERFLÄCHE KONTROLLIEREN
- Keine Doppelstrukturen?
- Keine Bewegungsartefakte?
- Keine stark verrauschten Bereiche?
- Homogene Oberflächenstruktur?
WARUM?
Artefakte erschweren die Konstruktion und können später zu Passungsproblemen führen.
Antagonist
GEGENZAHNREIHE VOLLSTÄNDIG?
- Vollständiger Antagonist vorhanden?
- Keine fehlenden Höcker oder Kontaktflächen?
- Scanqualität ausreichend?
WARUM?
Nur vollständige Antagonistendaten ermöglichen eine sichere Okklusionsgestaltung.
Bissregistrierung
OKKLUSION PLAUSIBEL?
- Rechte und linke Bissregistrierung vollständig?
- Keine sichtbaren Verschiebungen?
- Ober- und Unterkiefer korrekt zueinander ausgerichtet?
WARUM?
Eine fehlerhafte Bisslage beeinflusst die gesamte Konstruktion und kann später umfangreiche Nacharbeiten verursachen.
Weichgewebe
SCANBEREICH KONTROLLIEREN
- Wangen oder Lippen verursachen keine Artefakte?
- Speichel beeinträchtigt die Scanqualität nicht?
- Keine störenden Weichgewebsbereiche im Präparationsbereich?
WARUM?
Feuchtigkeit und bewegliches Weichgewebe können die Datenerfassung erschweren und wichtige Bereiche verdecken.
Datensatz vor Freigabe
LETZTE KONTROLLE
- Modell aus allen Perspektiven drehen.
- Präparationsbereich nochmals kontrollieren.
- Approximalbereiche prüfen.
- Okklusalflächen kontrollieren.
- Datensatz vollständig?
Typische Fehler
☐ Scan wird ohne Sichtkontrolle freigegeben.
☐ Kleine Scanlücken bleiben unbemerkt.
☐ Präparationsgrenze ist nur teilweise sichtbar.
☐ Bewegungsartefakte werden übersehen.
☐ Bissregistrierung wird nicht kontrolliert.
Campus-Wissen
WARUM SIND KLEINE SCANLÜCKEN PROBLEMATISCH?
Fehlende Scanbereiche werden von der Software häufig rechnerisch ergänzt. Diese automatisch erzeugten Flächen können von der tatsächlichen Situation im Mund abweichen und die spätere Konstruktion beeinflussen.
SCHON GEWUSST?
Ein Intraoralscan kann auf den ersten Blick vollständig aussehen und dennoch unvollständige Datensätze enthalten. Deshalb sollte jeder Scan vor Beginn der CAD-Konstruktion systematisch aus verschiedenen Blickwinkeln kontrolliert werden.
PRAXIS-TIPP
Drehen Sie den Datensatz vor dem CAD-Start einmal vollständig um 360°. Viele Scanfehler oder fehlende Bereiche werden erst aus einer anderen Perspektive sichtbar.
TYPISCHER FEHLER
Der Datensatz wird direkt an das Labor oder in die CAD-Konstruktion übergeben, ohne den Präparationsbereich, die Bissregistrierung und den Antagonisten nochmals gezielt zu kontrollieren.
Ein guter Intraoralscan ist mehr als eine vollständige 3D-Darstellung. Erst wenn Präparationsgrenze, Scanqualität, Antagonist und Bissregistrierung systematisch geprüft wurden, bildet der Datensatz eine verlässliche Grundlage für die weitere digitale Konstruktion und Fertigung.
